Wissen · Methodik
Was ist
Geldbildung?
Geldbildung ist der Entwicklungsprozess, der Menschen befähigt, bewusst mit Geld umzugehen und selbstbestimmt ihr Leben zu steuern.
Was wir darunter verstehen
Geld gehört zum Leben.
Geldbildung auch.
Geldbildung ist der Entwicklungsprozess, in dem Menschen lernen, bewusst und selbstbestimmt mit Geld umzugehen. Sie zeigt sich im Alltag: beim Einkauf, bei der Miete, beim Handyvertrag, in der Frage, was sich jemand leisten kann und was er sich leisten will.
Geldbildung fragt nicht nur: Wie funktioniert Geld? Sie fragt auch: Wie gehen Menschen damit um? Sie schaut auf Erfahrungen, Werte und wirtschaftliche Zusammenhänge. Was üblicherweise finanzielle Bildung genannt wird, ist darin enthalten und greift allein zu kurz.
Dabei ist Geld selbst ein neutrales Medium. Neutral sind weder seine Wirkung noch der Umgang mit ihm. Geldbildung macht diesen Unterschied bewusst und befähigt Menschen, ihn verantwortlich zu gestalten.
Geldbildung befähigt Menschen, ihr Leben mit Geld zu gestalten: Grundbedürfnisse sichern, Wünsche verwirklichen, Ziele erreichen. Sie begleitet die großen Lebensentscheidungen, vom Berufseinstieg über die Familiengründung bis in den Ruhestand.
Wer Karriere plant, muss auch Finanzen planen. Denn jede berufliche Entscheidung verändert Einkommen, Möglichkeiten und Lebensgestaltung.
Vier Dimensionen
Geld, Finanzen, Werte, Wirtschaft.
Integriert gedacht.
In der Geldbildung durchlaufen Menschen vier Dimensionen. Sie wirken in jeder Entscheidung zusammen und gehören deshalb auch im Lernen zusammen — vom Klassenzimmer bis ins Unternehmen.
Geld
Der bewusste Umgang mit Geld im Alltag: verdienen, einteilen, ausgeben, abwägen.
Finanzen
Produkte, Märkte und Entscheidungen verstehen — dort, wo der Alltag mit Geld bereits klar ist.
Werte
Jede Entscheidung hat einen Wertekern. Wer weiß, was zählt, entscheidet anders.
Wirtschaft
Wirtschaftliche Zusammenhänge einordnen: Wertschöpfung, Folgen und Verantwortung.
Vom Begriff zur Abgrenzung
Die meiste Zeit brauchen wir Geldbildung.
Finanzbildung baut auf ihr auf.
Finanzielle Bildung erklärt Produkte, Märkte, Chancen und Risiken. Sie wird wichtig, wenn es um Anlage, Kredit oder Vorsorge geht. Sie setzt dabei voraus, was Geldbildung vermittelt: dass Menschen im Alltag sicher mit Geld umgehen, die Werte kennen, die sie leiten und wirtschaftliche Zusammenhänge einordnen können.
Geldbildung ist deshalb das Fundament. Finanzbildung baut darauf auf.
Das Bildungsziel
Finanzbildung erklärt Produkte.
Geldbildung macht urteilsfähig.
Das Ziel der Geldbildung ist Geldkompetenz: die Fähigkeit, in konkreten Geldsituationen informiert, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu entscheiden und zu handeln. Menschen sollen wirtschaftliche Fragen einordnen, Interessen erkennen und Entscheidungen bewusst treffen können, im eigenen Alltag, im Beruf, in der Gesellschaft.
Wer Geld nicht versteht, verliert mehr als Geld: Ruhe, Klarheit, Selbstbestimmung, Würde, Zukunft. Geldbildung ist deshalb eine Grundbedingung für ein selbstbestimmtes Leben.
Und weil Bildung nur in unabhängigen Händen trägt, ist das Institut für Geldkultur® seit 2013 frei von Banken, Versicherungen und Kapitalmarktinteressen.
Was am Ende steht
Aus Geldbildung
wächst Geldkompetenz.
Geldbildung ist der Entwicklungsprozess. Geldkompetenz ist das Ergebnis: die Fähigkeit, in konkreten Geldsituationen informiert, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu entscheiden und zu handeln. Kompetenz erwirbt man im Rahmen der Bildung — durch Lernen, Übung und Reflexion. Geldkompetenz hat vier Seiten und alle gehören zusammen.
Rationale Geldkompetenz
Rechnen, vergleichen, planen und finanzielle Folgen einschätzen. Der klare Blick auf Zahlen, Zusammenhänge und Risiken.
Emotionale Geldkompetenz
Eigene Gefühle, Prägungen und Impulse im Umgang mit Geld erkennen und steuern. Sicherheit, Angst, Status und Versuchung gehören dazu.
Wertekompetenz
Entscheidungen an persönlichen und gesellschaftlichen Werten ausrichten. Wer weiß, was zählt, entscheidet nicht nur klug, sondern auch stimmig.
Handlungskompetenz
Erkenntnisse tatsächlich in tragfähiges Verhalten übersetzen. Geldkompetenz zeigt sich erst dort, wo Wissen, Haltung und Werte ins Handeln kommen.
Im Sankt Galler Modell für Integrierte Geld-, Werte- und Wirtschaftsbildung betrachten wir diese vier Seiten von Anfang an gemeinsam. Wissen allein macht noch niemanden handlungsfähig; das gute Gefühl allein trägt keine Entscheidung. Erst wenn Kopf, Haltung und Handeln zusammenwirken, entsteht die Gelassenheit, die wir unter Geldkompetenz verstehen.
Geldbildung ist die Bildung, die Menschen kompetent im Umgang mit Geld macht — im eigenen Leben und in jeder Organisation, in der sie Verantwortung tragen.
Aus dem Verständnis werden Angebote
Geldbildung, die ankommt.
In vier Formaten.
Hier eine Auswahl: Workshops und Entwicklungs-Programme für unterschiedliche Zielgruppen und Lernorte.
Wie daraus ein Ökosystem wird
Aus dem Begriff
wird ein Fundament.
Geldbildung braucht ein tragfähiges Fundament: Das Sankt Galler Modell für Integrierte Geld-, Werte- und Wirtschaftsbildung. Auf ihm ruht ein ganzes Bildungsökosystem, von der Schule über die Ausbildung bis ins Unternehmen.

