Der heute verbreitete Begriff Finanzbildung kam aus dem englischen Sprachraum zu uns, dort spricht man von financial literacy. International geprägt wurde er vor allem seit den 2000er Jahren, unter anderem durch die OECD. Gemeint sind damit Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen im Umgang mit Geld und Finanzprodukten.
In der Praxis zeigt sich dabei eine deutliche Verschiebung: Wo Finanzbildung bei Produkten beginnt, bei Konten, Krediten, Anlagen und Vorsorge, wird der Mensch vor allem in seiner Rolle als Verbraucher angesprochen. Die Frage nach dem Leben mit Geld, nach Bedürfnissen, Wünschen, Zielen und Werten, bleibt dabei meist außen vor. Sie beginnt früher. Und sie entscheidet, ob Produktwissen überhaupt trägt.
Geldbildung beginnt deshalb früher. Sie fragt, wie Menschen Geld verdienen, einteilen, verwenden und mit ihren Lebensentscheidungen verbinden. Finanzbildung bleibt wichtig. Sie ist ein Teil davon, aber nicht das Ganze.
Wer erst beim Finanzprodukt beginnt, hat den größten Teil des Lebens mit Geld bereits übersprungen.