Wissen · Methodik
Was ökonomische Bildung
bewirkt.
Ökonomische Bildung ist ein gesetzter Begriff der Bildungsdebatte. Wir nehmen ihn ernst und fragen, was er leisten muss: Urteilsfähigkeit im Umgang mit Geld, Werten und Wirtschaft.
Der bildungspolitische Begriff
Ein Begriff mit Anspruch.
Und mit offener Frage.
In Schule, Wissenschaft und Bildungspolitik bezeichnet ökonomische Bildung die Befähigung, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und sich in ihnen zu verorten. Sie umfasst ökonomisches Wissen, ökonomisches Denken und ökonomisches Handeln.
Über den Anspruch herrscht Einigkeit. Offen bleibt in der Praxis, was dieser Anspruch konkret bedeutet: Welches Wissen zählt, welche Haltung trägt und welche Wirkung darf erwachsen?
Das Institut für Geldkultur® beantwortet diese Frage seit 2013 mit einer eigenen Bildungsposition.
Der Sinn
Wissen ordnet.
Urteilsfähigkeit entscheidet.
Wer Zinsen berechnen kann, hat noch keine Entscheidung getroffen. Ökonomische Bildung, die beim Wissen stehen bleibt, erreicht den Alltag nicht. Ihr Sinn liegt tiefer: Menschen sollen wirtschaftliche Fragen einordnen, Interessen erkennen und eigenständig urteilen können.
Urteilsfähigkeit verbindet Kenntnis mit Haltung. Sie fragt, was möglich ist. Und was sinnvoll, verantwortbar und stimmig ist, für die eigene Person, für die Organisation, für die Gemeinschaft.
Finanzbildung erklärt Produkte. Geldbildung macht urteilsfähig.
Der Zweck
Bewusst handeln
in wirtschaftlichen Zusammenhängen.
Ökonomische Bildung verfolgt einen praktischen Zweck: Menschen sollen fähig sein, in den wirtschaftlichen Zusammenhängen ihres Lebens bewusst zu handeln. Im Beruf, in der Familie, als Verbraucherinnen und Verbraucher, als Bürgerinnen und Bürger.
Geld ist dabei ein neutrales Medium. Entscheidend ist der Umgang mit ihm. Bildung schafft die Voraussetzung, dass dieser Umgang bewusst, wertegeleitet und wirtschaftlich verständig gelingt.
Wer Geld versteht, versteht die Welt ein Stück besser und verliert weniger als Geld, wenn es an Verständnis fehlt: Ruhe, Klarheit, Selbstbestimmung.
Wie Wirkung entsteht
Sechs Schritte tragen
die Wirkung ins Leben.
Wirkung entsteht nicht auf einen Schlag. Ökonomische Bildung folgt einer klaren Kette, die vom Verstehen bis zur Verantwortung reicht.
- 01Verstehen
- 02Einordnen
- 03Urteilen
- 04Entscheiden
- 05Handeln
- 06Verantwortung übernehmen
Woran Bildung erkennbar wird
Wirkung zeigt sich
im Alltag, nicht im Zeugnis.
Ob Bildung getragen hat, lässt sich an sechs Fähigkeiten erkennen.
- 01Die eigenen Mittel selbst organisieren und überblicken.
- 02Verpflichtungen und Risiken realistisch einschätzen.
- 03Arbeit, Wertschöpfung und Geld miteinander verbinden.
- 04Wirtschaftliche Interessen im eigenen Umfeld erkennen.
- 05Entscheidungen begründen können, auch vor sich selbst.
- 06Ziele, Werte und eigenes Handeln zusammenbringen.
Die Wirkung
Bildung zeigt sich
in ihrer Wirkung.
Ökonomische Bildung entfaltet ihre Wirkung auf vier Ebenen, die ineinandergreifen wie sich ausbreitende Kreise: beim Menschen, im Beruf, in Unternehmen und Bildungsinstitutionen, in der Gesellschaft.
01
Beim Menschen
Menschen können Bedürfnisse, Wünsche und Ziele unterscheiden. Sie treffen bewusstere Entscheidungen und gestalten ihr Leben vorausschauender. Geldbildung schafft Orientierung und erweitert die Fähigkeit, begründete Entscheidungen zu treffen.
02
Im Beruf
Menschen verbinden Karriereplanung mit Einkommens- und Finanzplanung. Sie verstehen den Wert der eigenen Arbeit und können berufliche Entscheidungen auch wirtschaftlich einordnen.
03
In Unternehmen und Bildungsinstitutionen
Auszubildende, Mitarbeiter und Lernende verstehen Wertschöpfung, Verantwortung und die Folgen wirtschaftlicher Entscheidungen besser. Bildung wird dadurch anschlussfähig an den Alltag und an den Beruf.
04
In der Gesellschaft
Menschen erkennen Interessen, ordnen wirtschaftliche Entwicklungen ein und handeln urteilsfähig, als Verbraucherinnen und Verbraucher, als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als Bürgerinnen und Bürger.
Die Erweiterung
Geld, Werte und Wirtschaft
gehören zusammen.
Ökonomische Bildung ist der bildungspolitische Rahmen, in dem sich unsere Arbeit verorten lässt. Das Institut für Geldkultur® geht darüber hinaus und versteht Bildung integriert:
Geldbildung schafft den bewussten Umgang mit Geld im Alltag. Finanzbildung ordnet Märkte und Produkte ein. Wirtschaftsbildung erschließt die Zusammenhänge, in denen gehandelt wird. Und das Wertebewusstsein setzt das Fundament, auf dem alle Entscheidungen stehen.
Erst in dieser Verbindung entsteht, was ökonomische Bildung verspricht: Urteilsfähigkeit.
Der Beitrag des Instituts
Aus dem Anspruch
wird ein Bildungsökosystem.
Das Institut für Geldkultur® übersetzt den Anspruch ökonomischer Bildung in ein eigenes Fundament: das Sankt Galler Modell für Integrierte Geld-, Werte- und Wirtschaftsbildung. Auf ihm ruhen alle Bildungsangebote des Instituts, von der Schule über die Ausbildung bis ins Unternehmen.
So entsteht ein Ökosystem, in dem Thema, Modell und Angebote aufeinander bezogen sind.
